Sachverständigenbüro Holger Döbert

Ihr Partner zur Klärung und Beseitigung von Werkstoff- und Korrosionsproblemen


Korrosion an verschiedenen Bauteilen

Die folgenden Schadensbeispiele stammen aus den verschiedensten Branchen und Anlagenkomponenten. Meistens handelt es sich um Teile von Rohrsystemen und Behältern.


Lochkorrosion

Tropfenschlag

Herausgetrenntes Wandstück eines Behälters aus 1.4571 zur Lagerung einer NaCl-haltigen Lösung. Starke Lochkorrosion nach 6 Monaten aufgrund des Einsatzes eines ungeeigneten Werkstoffes.

Krümmer aus Grauguß aus einer Leitung zur Förderung von flüssigem Schwefel. Zerstörung durch Tropfenschlagkorrosion nach Zusetzen eines vorgelagerten Filters durch einen Putzlumpen.

Tunnelkorrosion Lochkorrosion Lochkorrosion

Teil eines Schrägsitzventils aus 1.4361 nach einigen Monaten in hochkonzentrierter Salpetersäure. Starke Tunnelkorrosion, ausgelöst durch Verwendung eines Materials mit zu hohem Grad an Verunreinungen.

Lochkorrosion an Schraubelementen aus nichtrostenden Stählen. Starke, weit fortgeschrittene Lochkorrosion nach mehrjährigen Standzeiten, ausgelöst durch die Anwesenheit von Chloriden.

Versprödung

Wasserstoffversprödung

Versprödungserscheinungen an Bauteilen aus Titan. Titan neigt bei 2 Fällen zu starken Versprödungen: wenn der Werkstoff falsch geschweißt wird und wenn er in Medien eingesetzt wird, in denen sich atomarer Wasserstoff bildet. Das Bild links zeigt einen an ein Rohr angeschweißten Flansch. Während des Schweißens kam es durch unzureichende Abschirmung mittels Reinstargon zum Kontakt mit der Atmosphäre, was zu einer starken Reaktion mit Luftsauerstoff und Stickstoff führte und eine starke Versprödung der Schweißzone bewirkte. Auf dem Bild rechts ist die deutlich angegriffene Wärmeeinflußzone eines angeschweißten Flansches aus Titan nach etwa 2,5 Jahren in einem hochaggressiven Abwasser erkennbar. Neben dem spürbaren Masseverlust an der Schweißzone kam es an der gesamten Oberfläche des Rohres zur Bildung von Titanhydrid durch Entwicklung und Stabilisierung von atomarem Wasserstoff.

Schichtkorrosion Schichtkorrosion

Stützelemente aus der Aluminiumlegierung AlZnMgCu1,5 nach 2 Jahren in maritimer Umgebung. Schichtkorrosion (Blätterteigkorrosion) an tragenden Teilen aus AlZnMgCu1,5. Diese selektive, über die Schnittkanten der Bauteile beginnende und auf vorhandene Seigerungen begrenzte Korrosion hätte durch eine entsprechende Warmbehandlung vermieden werden können.

Verdünnungskorrosion
Lochkorrosion

Rohrstück aus AISI 316 nach 2 Jahren Einsatz in der Gaswäsche einer Schwefelsäurefabrik. Spürbare Erosionskorrosion und ein deutlicher Säureangriff, ausgelöst durch eine zeitweise Abkonzentrierung der verwendeten Trocknersäure.

Rohrleitung aus 1.4571 nach mehreren Jahren unter einer Wärmeisolierung. Durch Eintritt von Feuchtigkeit zwischen Rohrleitung und der chloridhaltigen Isolierung Lösung und allmähliche Aufkonzentrierung der Chloride. Dadurch entwickelte sich eine starke Lochkorrosion sowie eine beginnende Spannungsrißkorrosion.

Außenseite des durchkorrodierten Bodenbleches Innenseite des durchkorrodierten Bodenbleches
Wanddurchbruch am tiefsten Punkt des Bodenbleches eines Wassertankes aus dem "nichtrostenden" Stahl 1.4003 nach einem Jahr Einsatz auf einer Kehrmaschine. Durch eine Ansammlung von Schmutz und Korrosionsprodukten sowie Anteile von Kohlensäure und Chloriden im Wasser schnell verlaufender Korrosionsangriff auf das 3 mm dicke Blech. Die eigentliche Schadensursache war die Verwendung des preiswerteren, aber auch weitaus weniger beständigeren Materials 1.4003 anstelle des ursprünglich vorgesehenen Werkstoffes 1.4541.
interkristalline Spannungsrisskorrosion interkristalline Spannungsrisskorrosion
Interkristalline Spannungsrißkorrosion an einem Winkelkompensator aus 1.4571 nach 12 Monaten Einsatz zur Förderung von Heißdampf bei 280°C. Zerstörung des Bauteils aufgrund hoher Zugspannungen durch verspannten Einbau sowie einen hohen Anteil von Sauerstoff im Fördermedium.

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