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Tragende Bauteile in Schwimmhallen sind aufgrund der feuchten, chlorhaltigen Atmosphäre deutlichen korrosiven Belastungen ausgesetzt. Besonders gefährdet sind die Deckenabhängungen vorhandener Unterdecken. 1985 kam es in einem Hallenbad in Uster (Schweiz) zum Versagen von Abhängern aus dem nichtrostenden Stahl 1.4301 durch chloridinduzierte Spannungsrißkorrosion, worauf die Betonunterdecke herunterstürzte. Dabei wurden 12 Menschen getötet. 2001 gab es in Steenwijk (Niederlande) einen ähnlichen Fall, glücklicherweise war das Hallenbad zu diesem Zeitpunkt geschlossen.
Als Werkstoffe für tragende Bauteile und Befestigungselemente in Schwimmhallen kommen hauptsächlich nichtrostende Stähle und verzinkte Stähle zum Einsatz. In chlorhaltiger Schwimmhallenatmosphäre weisen Bauteile aus verzinkten Stählen jahrelange Standzeiten auf, da der Angriff auf die Verzinkung sehr langsam abläuft. Zum Teil dauert es über 20 Jahre, bis sich die schützenden Zinkschichten soweit aufgelöst haben, daß der Angriff auf das Grundmaterial beginnt.
Die Beständigkeit konventioneller nichtrostender Stähle (V2A und V4A) hat sich als völlig unzureichend erwiesen. Neben ebenmäßigen Korrosionsangriffen werden diese Werkstoffe von Lochkorrosion befallen. Tragende, durch Zug beanspruchte Teile sind sehr stark durch Spannungsrißkorrosion gefährdet. Höher legierte austenitische Stähle wie 1.4539 sowie Duplexstähle wie 1.4462 sind widerstandsfähiger, stellen jedoch ebenfalls keine sicheren Lösungen dar.
Für sicherheitsrelevante, tragende Bauteile eignen sich sognannte Superaustenite besser. Bewährt hat sich beispielsweise der Werkstoff 1.4529, der auch für Befestigungselemente in Straßentunnels verwendet wird.
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| unterer Bereich eines stark korrodierten verzinkten Abhängers nach 25 Jahren Einsatz in einer Schwimmhalle | Abhänger aus verzinktem Stahl nach 20 Jahren Einsatz in einer Schwimmhalle; guter Zustand, nur leichte Korrosion an den Schnittkanten | stark korrodierte Teile aus nichtrostendem Stahl nach nur 12 Monaten in einer Schwimmhalle | ||
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Schliff durch zwei verzinkte Haltebügel. Trotz ähnlicher Standzeiten haben sich unterschiedliche Erscheinungsbilder ergeben. Angriff auf das Grundmaterial nach Auflösung der Zinkschicht im Beispiel links. Trotz teilweiser Auflösung der Zinkschicht noch kein Angriff auf das Grundmaterial im Beispiel rechts. |
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